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Kombinatorik

Datum: 24.8.2011 | Kommentare: 0

Allgemeines

Bei einer kombinatorischen Schaltung handelt es sich um eine Digital-Schaltung deren Ausgänge eindeutig durch die Eingänge bestimmt sind. Um dies zu erreichen darf die Schaltung keine speichernden Elemente aufweisen, d.h. die Schaltung ist Zustandslos.

Ein solches Schaltnetz kann durch die elementaren logischen Schaltglieder (Gatter) dargestellt werden: AND, OR, XOR und NOT. Darstellungsformen sind unter anderem Boolesche Funktionen, Wahrheitstabellen oder zeichnerische Verknüpfungen von logischen Schaltglieder.

Bei den Schaltnetzen im folgenden Kapitel werden die Schaltverzögerungen durch Gatterlaufzeiten bzw. Signallaufzeiten nicht betrachtet.

Darstellungsformen für ein Schaltnetz

Logische Gatter

Zu den gebräuchlichsten Logikgattern zählen AND, OR, NOT und XOR. Die Gatter NAND, NOR und XNOR können durch Kombination von AND, OR bzw. XOR mit einem NOT Gatter gebildet werden. Eine vollständige Übersicht findet man unter Wikipedia:Logikgatter.

AND-Gatter

Ein AND- bzw. zu deutsch UND-Gatter hat zwei oder mehr Eingänge und einen Ausgang. Dieser Ausgang ist nur dann logisch 1 wenn alle Eingänge auf logisch 1 sind. Die AND-Verknüpfung kann in booleschen Funktionen als "•" (Mal), "&" oder mittels "∧" dargestellt werden. In der klassischen Logik wird eine Aussage, die nur dann wahr ist, wenn zwei oder mehr Aussagen wahr sind als Konjunktion bezeichnet.

Wahrheitstabelle:

ABA∧B
000
010
100
111
Der Ausgang ist also auf logisch 1 wenn A und B auf logisch 1 sind.

OR-Gatter

Ein OR- bzw. ODER-Gatter hat zwei oder mehr Eingänge und einen Ausgang. Dieser Ausgang ist dann logisch 1 sobald mindestens ein Eingang auf logisch 1 ist. In booleschen Funktionen wird die OR-Verknüpfung als "+" oder als "∨" dargestellt. Eine Disjunktion ist in der klassischen Logik eine Aussage, die dann wahr ist, wenn mindestens eine Teil-Aussage wahr ist.

Wahrheitstabelle:

ABA∨B
000
011
101
111
Der Ausgang ist auf logisch 1 wenn A oder B auf logisch 1 sind. In der klassischen Logik gibt die Unterscheidung zwischen der ausschließenden und der nicht-ausschließenden Disjunktion. Bei einer ausschließenden Disjunktion können nicht beide Teilaussagen wahr sein, z.B.:"Wir gehen nach Italien oder nach Schweden". Das OR-Gatter bedient sich der nicht-ausschließenden Disjunktion.

NOT-Gatter

Das NOT-Gatter hat einen Eingang und einen Ausgang. Der Ausgang stellt die Invertierung (auch Komplement genannt) des Einganges dar. In booleschen Funktionen wird es mittels "¬". In der klassischen Logik stellt es eine Verneinung einer Aussage dar.

Oft sieht man auch die Darstellung mittels Überstrich (z.B. AB)

Wahrheitstabelle:

A¬A
01
10

XOR-Gatter

Das XOR-Gatter (von engl. eXclusive OR) hat meist zwei (oder auch mehr) Eingänge und einem Ausgang. Bei einem XOR-Gatter mit zwei Eingängen ist der Ausgang auf logisch 1, wenn einer der beiden Eingänge auf logisch 1 ist, aber nicht beide gleichzeitig. Dies entspricht der ausschließenden Disjunktion. Für zwei oder mehr Eingänge ist der Ausgang auf logisch 1, wenn an einer ungerade Anzahl von Eingängen eine logische 1 anliegt.

In booleschen Funktionen wird die XOR Verknüpfung mittels "⊕" oder "⊻" dargestellt.

Wahrheitstabelle:

ABA⊕B
000
011
101
110

Darstellungsformen

Gatter Darstellungsformen

Im europäischen Raum wird für die Darstellung von Schaltsymbolen die Norm IEC 60617 verwendet. In Schaltplänen findet man auch recht häufig die im amerikanischen Raum verbreitete Darstellungsform nach der Norm US ANSI 91-1984. Die Darstellung nach DIN 40700 ist veraltet.

Rechengesetze

Für die Operatoren der booleschen Algebra gilt die folgende Rangfolge (in absteigender Wertigkeit):

  1. Negation (¬)
  2. Konjunktion (∧)
  3. Disjunktion (∨)

Der Ausdruck a ∨ ¬ b ∧ c entspricht dem Ausdruck (a ∨ ( (¬b) ∧ c ) ). Bei den Rechengesetzen sieht man auch Analogien von der booleschen Konjunktion (∧) zur arithmetischen Multiplikation (•) und von der booleschen Disjunktion (∨) zur arithmetischen Addition (+).

Für die boolesche Algebra gelten folgende Rechengesetze:

Kommutativgesetza∧b = b∧a a∨b = b∨a
Assoziativgesetz(a∧b)∧c = a∧(b∧c)(a∨b)∨c = a∨(b∨c)
Idempotenzgesetza∧a=aa∨a=a
Distributivgesetza∧(b∨c) = (a∧b)∨(a∧c)a∨(b∧c) = (a∨b)∧(a∨c)
Neutralitätsgesetza∧1 = aa∨0 = a
Extremalgesetza∧0=0a∨1=1
Doppelnegationsgesetz (Involution)¬(¬a)=a
De Morgansche Gesetz¬(a∧b)=¬a ∨ ¬b ¬(a∨b)=¬a ∧ ¬b
Komplementärgesetza ∧ ¬a=0 a ∨ ¬a=1
Dualitätsgesetz¬0 = 1¬1 = 0
Absorptionsgesetza ∨ (a∧b)=aa ∧ (a∨b)=a
Die Rechengesetzte lassen sich über Wahrheitstabellen beweisen. Hier z.B. das Distributivgesetz:
abcb∨ca∧(b∨c)a∧ba∧c(a∧b)∨(a∧c)
00000000
00110000
01010000
01110000
10000000
10111011
11011101
11111111